Heilpflanzenlexikon
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Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke

Rettich

Wissenschaftlicher Name: Raphanus sativus L.
Allgemein
Der Rettich wurde schon zur Zeit der ägyptischen Pharaonen kultiviert, kam jedoch erst spät nach Europa. Gerard erwähnt 1597 vier Arten der Pflanze, die gegen Stein- und Grießleiden sowie Skorbut zum Einsatz kamen. Der ausgepresste Saft diente zur Behandlung von Gallensteinen. In der Homöopathie ist die Pflanze ein wichtiges Mittel.
Charakteristik
Rettich stammt wahrscheinlich aus China und Japan. Er wird heute in den meisten gemäßigten Regionen der Welt angebaut. Nach der Blüte in Mai und Juni, wird die Pflanze von August bis Oktober geerntet. Die frische Wurzel wird als Gemüse und medizinisch verwendet.
Anwendungsbereiche
Innere Anwendung: bei Entzündungen der Atemwege und Verdauungsbeschwerden Volksmedizin: bei Keuchhusten und Gallensteinleiden Homöopathie: bei Verdauungsschwäche und fettiger Haut Chinesische Medizin: bei Husten, Durchfall und Bauchschmerzen Indische Medizin: bei Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Blähungen, Gallenstörungen, Kopf- und Nervenschmerzen und urologischen Erkrankungen
Dosierung
Presssaft: Tagesdosis: 50-100 ml mehrmals täglich ½ Esslöffel einnehmen. Zwischen den ?Drei-Tages-Kuren" einige Tage pausieren. Rettich-Honig-Saft: löffelweise über den Tag verteilt bei Keuchhusten einnehmen Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) oder 1-3-mal täglich (chronisch)
Wirkung und Nebenwirkungen
Der Droge wird eine antimikrobielle und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben, die durch die enthaltenen Senföle bedingt ist. Im Tierversuch konnte auch eine antivirale Wirkung nachgewiesen werden. Gegen Verdauungs­beschwerden, Atemwegsentzündungen und Gallenwegs­beschwerden kann die Droge daher empfohlen werden. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei Anwendung hoher Dosen der frischen Wurzel kann es zu Schleimhautreizungen des Magen-Darm-Traktes kommen. Bei Gallensteinträgern können Koliken ausgelöst werden.
Anwendung in Lebensmitteln
Der Rettich, ein Gemüse mich charakteristisch scharfem und beißenden Geschmack wird in der Volksmedizin gegen Gallensteine und bei starkem Husten hochgeschätzt. Die enthaltenen Senföle wirken antimikrobiell und antiviral, deswegen könnte Rettich als Zusatz zu speziellen Diätprodukten einen wertvollen Beitrag leisten.

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